ZUM WEITERDENKEN
In seinem Vortrag nimmt Elias uns mit hinein in eine der bewegendsten Geschichten der Bibel: Die Auferweckung des Lazarus. Es geht um Tod, Trauer, Hoffnung – und um die Frage, ob es jemanden gibt, der stark genug ist, uns wirklich zu helfen, wenn wir an unsere Grenzen stoßen. Elias beginnt mit eindrücklichen Bildern von Naturgewalten – Sturm, Vulkane, Flut – als Sinnbild für Situationen im Leben, die uns hilflos machen. Krankheit, Verlust, Überforderung – Momente, in denen unsere Kraft nicht reicht. Die zentrale Frage ist:
Gibt es jemanden, der stärker ist als das alles?
Genau diese Frage stellten sich auch Maria und Marta, deren Bruder Lazarus todkrank war. Sie schickten einen Boten zu Jesus: „Herr, der, den du liebst, ist krank“ (V.3). Doch Jesus kommt nicht sofort. Er wartet – bewusst. Nicht, weil er gleichgültig wäre, sondern weil er etwas Größeres vorhat. Er kündigt an: „Diese Krankheit führt nicht zum Tod, sondern dient der Verherrlichung Gottes“ (V.4).
Als Jesus schließlich eintrifft, ist Lazarus bereits vier Tage tot. Marta begegnet ihm zuerst. Ihre Worte sind von Schmerz und Hoffnung zugleich geprägt: „Herr, wärst du hier gewesen, mein Bruder wäre nicht gestorben. Aber auch jetzt weiß ich: Was du von Gott erbittest, wird er dir geben“ (V.21–22). Jesus antwortet mit einem der gewaltigsten „Ich-bin“-Worte der Bibel: „Ich bin die Auferstehung und das Leben“ (V.25).
Er macht klar: Die Hoffnung auf neues Leben ist kein fernes Zukunftsbild – sie ist in ihm, im Hier und Jetzt, erfahrbar. Maria hingegen begegnet Jesus in tiefer Trauer, weinend und erschöpft. Und Jesus? Er weint mit ihr (V.35). Elias betont diesen Moment als Beweis für Jesu echtes Mitgefühl: Er ist nicht nur der Allmächtige, sondern auch der Mitfühlende.
Dann geschieht das Wunder: Trotz aller Zweifel, trotz des Gestanks, der nach vier Tagen im Grab zu erwarten ist, befiehlt Jesus: „Lazarus, komm heraus!“ (V.43). Und Lazarus kommt – lebendig. Gottes Herrlichkeit wird sichtbar, viele glauben. Andere jedoch lehnen ab – ein Wendepunkt, der letztlich zum Tod Jesu führt.
Elias stellt die Frage, welche Rolle wir in dieser Geschichte einnehmen:
- Bist du wie Thomas, der zögert, weil der Weg gefährlich erscheint?
- Wie Marta, die zwar glaubt, aber beim entscheidenden Schritt zögert?
- Oder wie Maria, überwältigt von Trauer, aber ehrlich im Schmerz?
Der entscheidende Punkt: Jesus ist stärker als der Tod. Und er ruft auch dich: „Komm heraus!“ – aus Angst, Resignation, Schuld oder Hoffnungslosigkeit. Elias lädt ein, Jesus zu vertrauen und den „Stein wegzurollen“, damit neues Leben möglich wird.
Fünf Fragen zur Vertiefung
- Was bedeutet es für dich persönlich, dass Jesus sagt: „Ich bin die Auferstehung und das Leben“?
- In welchen Lebensbereichen spürst du deine Grenzen – und wo sehnst du dich nach Jesu Eingreifen?
- Was hält dich manchmal davon ab, den „Stein wegzurollen“ und Jesus zu vertrauen?
- Welche Erfahrungen hast du gemacht, dass Jesus nicht sofort handelt – und wie bist du damit umgegangen?
- Wie gehst du mit Menschen um, die – wie Maria – nur noch weinen können? Bist du bereit, mitzufühlen?