Predigt-Zusammenfassung
Gottfried startet sehr persönlich: Vor ungefähr 20 Jahren begann eine schwere Familienkrise damit, dass er nicht hören wollte. Menschen warnten ihn – sogar jemand, der „respektabel“ war – aber verletzte Beziehungen, Stolz („Ich weiß es besser“) und innere Abwehr machten ihn taub. Rückblickend erkennt er: Wir stellen durch Entscheidungen Weichen, deren Folgen wir oft erst Jahre später sehen. In der Krise merken wir dann: „Dort bin ich falsch abgebogen.“
Damit leitet Gottfried in den Bibeltext aus der Apostelgeschichte über: Die Bibel nimmt sich auffallend viel Raum (Apg 27–28), um eine Krise zu schildern, die genau so beginnt: Man will nicht hören. Er beschreibt einen typischen „Loop“ im Leben: Aufschwung → Plateau (eigentlich Zeit zu hören) → Verdrängen → Verhandeln/Aktionismus → Resignation/Depression → „Gibt es noch Rettung?“ Genau hier will Gottfried ansetzen: Nicht jede Stimme ist richtig – aber es gibt Menschen, die uns lieben und deren Rat wir wenigstens ernsthaft prüfen sollten. Oft hören wir aber nicht, weil es laut ist oder weil wir innerlich nicht wollen.
Die biblische Geschichte: Paulus warnt – und man hört nicht
Gottfried erzählt den Rahmen: Paulus ist Gefangener, soll nach Rom, und die Fahrt wird im Winter gefährlich. Paulus warnt klar:
- Apostelgeschichte 27,10: „Männer, sagte er, „ich sehe große Gefahren auf uns zukommen. Wenn wir die Reise fortsetzen, riskieren wir nicht nur den Verlust der Ladung und des Schiffs, sondern setzen auch unser eigenes Leben aufs Spiel.“
Doch der Verantwortliche hört lieber auf „Fachleute“ als auf Paulus: - Apostelgeschichte 27,11: „Doch der Hauptmann schenkte den Worten des Steuermanns und des Schiffeigentümers mehr Vertrauen als dem, was Paulus sagte.“
Dann kommt der Sturm:
- Apostelgeschichte 27,14–15: „Doch es dauerte nicht lange, da brach … ein orkanartiger Sturm … Der gefürchtete Nordost. Das Schiff wurde mitgerissen …“
Es folgen verzweifelte Maßnahmen: Beiboot sichern, Taue um den Rumpf, Treibanker, Ladung und Ausrüstung über Bord, keine Sonne/keine Sterne, Orientierung weg – und schließlich: - Apostelgeschichte 27,20: „… zuletzt gaben wir jede Hoffnung auf.“
Gottfried macht daraus ein Lebensbild: Wenn wir nicht hören, beginnt oft ein hektisches „Verhandeln“ mit Gott oder dem Schicksal („Wenn das vorbeigeht, dann…“), aber es ersetzt nicht Umkehr und Vertrauen.
„Ihr hättet hören sollen“ – und trotzdem: Gott spricht Rettung zu
Paulus hält ihnen den Spiegel vor:
- Apostelgeschichte 27,21: „Ihr hättet auf mich hören sollen … dann wären wir gar nicht erst in diese Gefahr geraten …“
Gleichzeitig bringt Paulus Hoffnung: - Apostelgeschichte 27,22: „Lasst den Mut nicht sinken … nicht ein einziger von euch wird umkommen. Nur das Schiff geht verloren.“
Und er begründet es mit Gottes Zusage: - Apostelgeschichte 27,23–26: Engelwort, Paulus soll vor den Kaiser; die anderen bekommen „deinetwegen“ das Leben; „fasst also wieder Mut … ich vertraue Gott …“
Doch selbst danach bleibt Angst und Fluchtimpuls. Einige wollen heimlich das Schiff verlassen. Paulus sagt unmissverständlich:
- Apostelgeschichte 27,31: „Wenn diese Männer nicht auf dem Schiff bleiben, habt ihr keine Chance, gerettet zu werden.“
Dies wird zum Bild: Selbst in der Krise wollen wir oft lieber „irgendwas tun“ oder fliehen, statt still zu werden und wirklich zu hören.
Der Schlüssel: „Ihr müsst euch stärken“
Für Gottfried ist der zentrale Satz:
- Apostelgeschichte 27,34: „Ihr müsst euch stärken, wenn ihr gerettet werden wollt.“
Paulus verbindet das mit Zuspruch: - Apostelgeschichte 27,34: „… keiner von euch wird auch nur ein Haar von seinem Kopf verlieren.“
Dann das starke Zeichen:
- Apostelgeschichte 27,35–36: „… nahm Paulus das Brot, dankte Gott, brach es … Da bekamen alle neuen Mut und fingen an zu essen.“
Gottfried verbindet das mit dem Abendmahl/Eucharistie: Jesus selbst wird zur Speise, gibt Mut und richtet innerlich auf. „Sich stärken“ heißt: Gottes Wahrheit aufnehmen, Hoffnung zulassen, nicht bei Angst und Lügen stehen bleiben.
Sogar Details unterstreichen die Größe des Moments:
- Apostelgeschichte 27,37: „Insgesamt befanden sich 276 Personen an Bord.“
Am Ende geht das Schiff tatsächlich verloren – aber Gottes Wort stimmt:
- Apostelgeschichte 27,43–44: Alle erreichen das Ufer und bleiben unversehrt.
Gottfried betont: Konsequenzen bleiben real (Schiff/Ladung weg, Stress, Schrammen), aber es gibt Rettung und einen Neuanfang – diesmal hoffentlich mit der Lektion: Hören.
Diagnose und Entscheidung
Zum Schluss nimmt Gottfried den Blick auf „Rom“ und eine harte Diagnose:
- Apostelgeschichte 28,31: „Paulus sprach mutiger als je zuvor von Jesus Christus und niemand versuchte ihn daran zu hindern.“
- Apostelgeschichte 28,27: „Ihre Ohren sind verstopft … sie wollen … nichts hören … sie wollen nicht umkehren und sich von mir heilen lassen.“
Damit stellt Gottfried die Frage an uns: Willst du (neu) entscheiden, zu hören – auch wenn du schon „unten“ bist? Er lädt ein, das im Gebet und im abschließenden Lied festzumachen: „Vater, ich komme – heile mich – gib mir Worte des ewigen Lebens.“
5 Fragen für Kleingruppen
- Wo stehst du gerade in diesem „Loop“ (Aufschwung – Plateau – Verdrängen – Verhandeln – Resignation)? Woran merkst du das konkret im Alltag?
- Welche Warnstimme (Gott, Bibel, Menschen, Gewissen) hast du in letzter Zeit eher „weggeschoben“ – und was wäre ein kleiner Schritt, sie jetzt doch ernsthaft zu prüfen?
- Paulus sagt: „Ihr müsst euch stärken, wenn ihr gerettet werden wollt“ (Apg 27,34). Was bedeutet „sich stärken“ bei dir ganz praktisch (Wort Gottes, Gebet, Gemeinschaft, Abendmahl, Ruhe, Hilfe annehmen)?
- Negative Seite mitbedenken: Wo könnte dein „Nicht-hören-wollen“ (Stolz, Verletzung, Trotz, Angst) gerade dabei sein, eine Weiche zu stellen, die später schmerzhaft wird – und was wäre heute ein mutiger Kurswechsel?
- In Apg 27 ging das Schiff verloren, aber alle wurden gerettet (Apg 27,22.43–44). Welche „Verluste“ müsstest du vielleicht akzeptieren, um dennoch frei weiterzugehen – und woran würdest du erkennen, dass Gott dich trotzdem trägt?
Drei motivierende Sätze zum Abschluss
Manchmal beginnt eine Krise nicht mit dem Sturm, sondern mit dem Moment, in dem wir nicht hören wollen. Gott kann dich selbst dann noch retten und neu ausrichten, wenn „das Schiff“ schon verloren scheint. Hör dir die Predigt an – und nimm den Satz mit: „Du musst dich stärken, wenn du gerettet werden willst.“

