Erstaunlicher als du denkst: 4 unerwartete Phasen auf dem Weg mit Jesus
Wo stehe ich eigentlich gerade in meinem Glauben, auf meinem persönlichen Weg mit Jesus? Diese Frage stellen wir uns vielleicht von Zeit zu Zeit. Eine Antwort darauf findet sich oft nicht in komplexen theologischen Abhandlungen, sondern in den einfachen, kraftvollen Geschichten der Bibel. Eine dieser Geschichten, der Bericht vom Fischfang des Petrus aus dem Lukasevangelium, hält eine überraschende Landkarte für unseren geistlichen Weg bereit. Sie zeigt vier Phasen, die viele von uns durchlaufen – vom ersten neugierigen Zuhören bis zur lebensverändernden Entscheidung.
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1. Phase: Das einfache Zuhören – Wo alles beginnt
Alles fängt ganz unkompliziert an. Du interessierst dich für die Person Jesus. Wer ist dieser Mann, von dem alle reden? Was hat er zu sagen? In dieser ersten Phase geht es nicht um große Verpflichtungen oder dramatische Bekehrungserlebnisse. Es ist die Phase des neugierigen, offenen Zuhörens. Du bist Teil der Menge am Ufer, die einfach nur hören will, was Jesus zu sagen hat. Es ist der erste, unverbindliche Schritt, bei dem ein Interesse geweckt wird.
2. Phase: Das Boot „verleihen“ – Der erste Schritt des Vertrauens
Die zweite Phase wird schon etwas konkreter. Jesus bittet Simon, sein Boot benutzen zu dürfen, um von dort aus zu der Menge zu sprechen. Simon willigt ein. Symbolisch bedeutet das: Du beginnst, Jesus deine Ressourcen zur Verfügung zu stellen. Du lädst ihn in deinen „Verfügungsbereich“ ein und gibst ihm die Möglichkeiten, die du hast – deine Zeit, deine Fähigkeiten, deinen Besitz. Es ist der erste aktive Schritt des Vertrauens, bei dem du Jesus erlaubst, in deinem Leben zu wirken. Was ist dein „Boot“? Welche konkrete Ressource, Fähigkeit oder Zeitspanne bittet Jesus dich heute, ihm zur Verfügung zu stellen?
3. Phase: Gegen die eigene Logik handeln – Der Moment der Wahrheit
Dies ist der entscheidende Wendepunkt. Nachdem Jesus gelehrt hat, fordert er Simon auf, erneut zum Fischen hinauszufahren – und das nach einer ganzen Nacht, in der er als erfahrener Fischer absolut nichts gefangen hat. An diesem Punkt entscheidet sich, ob Jesu Wort mehr Gewicht hat als deine eigene, hart erarbeitete Erfahrung und Logik. Was weiß schon ein Schreiner vom Fischen?
Diese Aufforderung ist eine Zumutung. Simon und seine Männer hatten die Netze bereits gereinigt, was eine enorm aufwendige, mühsame Arbeit ist. Alles in ihm muss sich gegen diesen unsinnig erscheinenden Befehl gesträubt haben. Doch genau hier liegt der Kern: Wenn du diesen Argumenten keinen Raum gibst, sondern ihm glaubst, dann wirkt dein Glaube und seine Treue zusammen. Es ist der Moment, in dem dein Vertrauen den Raum schafft, in dem Gott handeln kann. Simons Antwort ist der Schlüssel:
„Meister, wir haben uns die ganze Nacht abgemüht und haben nichts gefangen. Aber weil du es sagst, will ich die Netze auswerfen.“
4. Phase: Alles zurücklassen – Die totale Verwandlung
Die Folge dieses Gehorsams ist ein überwältigender, wundersamer Fischfang, der die Netze zum Reißen bringt. Die Reaktion darauf ist kein Jubel, sondern tiefer Schreck und eine plötzliche Selbsterkenntnis. Petrus wirft sich vor Jesus nieder und sagt:
„Herr, geh fort von mir, ich bin ein sündiger Mensch.“
In diesem Moment erkennt er nicht nur, wer Jesus wirklich ist, sondern auch, wer er selbst im Angesicht dieser Heiligkeit ist. Das ist der Anfang der Beziehung zu Jesus. Jesu Antwort ist keine Verurteilung, sondern eine beruhigende Berufung. Und das ist das Wort auch für dich heute. Du brauchst dich nicht zu fürchten. Von jetzt an wirst du ein Menschenfischer sein.
Diese vierte Phase führt zur ultimativen Konsequenz: Die Jünger ziehen ihre Boote an Land, lassen alles zurück und folgen ihm nach. Diese Nachfolge ist keine abstrakte Idee, sondern manifestiert sich in ganz konkreten Lebensbereichen – in Beziehungen, in deiner Ehe, in deinen Finanzen und in beruflichen Fragen. Es bedeutet, das eigene Leben bewusst in seine Hände zu legen.
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Dein nächster Schritt?
Diese vier Phasen zeigen einen Weg vom passiven Interesse über erste Schritte des Vertrauens und einen entscheidenden Glaubensmoment bis hin zur aktiven, umfassenden Hingabe. Es ist ein Weg, der uns immer tiefer in die Beziehung mit Jesus führt. Dieser Weg steht auch dir offen.
Wo stehst du heute in der Nachfolge Jesu und was hindert dich daran, den nächsten Schritt zu gehen?

