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Adventskalender

Tag 20: Adventskalender 2025

Warum dein Glaube manchmal irritiert – und warum das gut ist

Haben Sie sich jemals gefragt, warum der Glaube so oft anders verläuft, als Sie es sich vorstellen? Vielleicht haben Sie gebetet und auf eine bestimmte Antwort gehofft, doch stattdessen kam Stille oder etwas völlig Unerwartetes. Diese Momente können zu Irritationen, Enttäuschungen und sogar zu Zweifeln führen. Sie werfen eine grundlegende Frage auf: Warum handelt Gott manchmal so anders, als wir es uns wünschen oder für richtig halten?

Es ist eine Erfahrung, die viele Menschen teilen. Wir kommen mit unseren Problemen, Sorgen und Hoffnungen zu Gott, bewaffnet mit einer klaren Vorstellung davon, wie eine Lösung aussehen sollte. Wenn die Realität dann von unserem Plan abweicht, fühlen wir uns geprüft und verunsichert.

Doch was, wenn genau in dieser Irritation eine tiefere Lektion verborgen liegt? Lassen Sie uns gemeinsam auf zwei alte Geschichten aus der Bibel blicken – eine aus dem Alten und eine aus dem Neuen Testament. Sie bergen einen Schlüssel für den Umgang mit unseren modernen Glaubensfragen. Sie zeigen, wie zwei Männer in Krisensituationen mit göttlichen Anweisungen konfrontiert wurden, die ihren Erwartungen komplett widersprachen, und bieten uns heute wertvolle Denkanstöße.

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1. Wenn deine eigenen Vorstellungen dir im Weg stehen

Die erste Geschichte führt uns zu Naaman, einem hochdekorierten Heerobersten und gefeierten Kriegshelden, der jedoch an Aussatz litt, einer damals unheilbaren Krankheit. In seiner Verzweiflung suchte er Hilfe beim Propheten Elisa. Naaman kam mit großem Gefolge und einer präzisen Vorstellung davon, wie seine Heilung ablaufen sollte. Er war sich sicher, der Prophet würde persönlich heraustreten, den Namen Gottes anrufen und mit einer dramatischen Geste seine Hand über der kranken Stelle schwingen.

Doch was geschah, war ernüchternd. Elisa schickte lediglich einen Boten mit einer simplen Anweisung: „Geh hin und bade dich sieben mal im Jordan“. Naamans Reaktion war nicht Dankbarkeit, sondern Zorn. Die Anweisung passte nicht in sein Konzept. Anstelle der erwarteten göttlichen Machtdemonstration erhielt er eine unspektakuläre, fast banale Aufgabe. Seine verärgerten Worte offenbaren seinen inneren Konflikt:

Sind nicht Abana und Parpa die Flüsse von Damaskus besser als alle Wasser von Israel. Kann ich mich nicht darin baden und rein werden?

Naamans Stolz und seine festen Vorstellungen darüber, wie Gott zu handeln habe, brachten ihn fast um seine Heilung. Er maß den dreckigen Jordan an den klaren Flüssen seiner Heimat und wertete Gottes Anweisung ab. Diese Haltung ist uns heute nicht fremd. Wie oft denken auch wir, wenn wir vor Herausforderungen stehen:

…sind nicht Gedanken aus der Philosophie und der Naturwissenschaft hilfreicher und stärker als ein einfaches Wort Jesu.

Die Geschichte zeigt eindrücklich: Manchmal sind es unsere eigenen, festgefahrenen Erwartungen, die uns daran hindern, Gottes Hilfe zu empfangen.

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2. Wenn du im Unsichtbaren vertrauen musst

Die zweite Geschichte, überliefert im Johannesevangelium, handelt von einem königlichen Beamten. Sein Sohn lag im Sterben, und in seiner Not flehte er Jesus an, in sein Haus zu kommen und das Kind zu heilen. Auch er hatte eine klare Vorstellung: Jesus sollte persönlich an das Krankenbett treten.

Doch Jesu erste Reaktion war eine unerwartete Herausforderung: „Wenn nicht Wunder oder außergewöhnliche Dinge seht, glaubt ihr nicht“, hielt er ihm entgegen. Dieser Satz hätte den Beamten entmutigen können, doch er beharrte auf seiner Bitte: „Herr, bitte komm, bevor mein Kind stirbt.“ Erst dann sprach Jesus den entscheidenden Satz: „Geh nach Hause. Dein Sohn lebt und ist gesund.“ Für den Beamten war dies ein Moment der Wahrheit. Er hatte keine sichtbaren Beweise, kein Zeichen vor Augen – er hatte nur dieses Wort. Seine Reaktion wurde zum Wendepunkt:

Der Mann glaubte dem, was Jesus zu ihm sagte. Auf sein Wort hin machte er sich auf den Weg…

Der wahre Test für diesen Vater war die Zeitspanne zwischen dem Hören des Wortes und dem Sehen des Wunders. Der entscheidende Test war, im Glauben zu handeln, während das bereits geschehene Wunder für ihn noch unsichtbar war. Er musste im reinen Vertrauen die Reise nach Hause antreten, ohne zu wissen, was ihn dort erwartete. Genau dieser Faktor Zeit ist oft eine Quelle der Irritation in unserem Glauben. Gott lässt uns manchmal warten, und in dieser Phase wird unser Vertrauen auf die Probe gestellt. Der Beamte musste die Ungewissheit auf seinem Weg ertragen, bevor er von seinen Dienern die bestätigende Nachricht erhielt, dass sein Sohn genau in dem Augenblick gesund wurde, als Jesus es gesagt hatte.

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3. Wenn ein einfaches Wort alles verändert

Was lehren uns diese beiden so unterschiedlichen Geschichten? In beiden Fällen lag die Lösung nicht in einem komplizierten Ritual, einem wissenschaftlichen Durchbruch oder einer großen Demonstration. Die Lösung lag in einem einfachen Wort – gesprochen von einem Propheten oder von Jesus selbst.

Die Probleme waren gewaltig: eine tödliche Krankheit, unheilbarer Aussatz. Die Lösungen hingegen waren verblüffend schlicht: „Bade dich im Jordan.“ und „Dein Sohn lebt.“ Die Herausforderung für beide Männer bestand darin, dieser Einfachheit mehr zu vertrauen als ihren eigenen komplexen Erwartungen und Ängsten.

Für beide Männer war die Begegnung mit diesem Wort kein kleiner Trost, sondern ein Wendepunkt, der ihr Leben von Grund auf veränderte und Auswirkungen auf ihren gesamten Verantwortungsbereich hatte. Der königliche Beamte kam zum Glauben, und mit ihm sein ganzes Haus. Naaman wurde nicht nur körperlich geheilt, sondern erlebte eine tiefe geistliche Transformation. Die zentrale Botschaft, die aus beiden Erzählungen hervorgeht, ist klar: Wir dürfen unsere Probleme vertrauensvoll zu Gott bringen und darauf vertrauen, dass sein Wort die Kraft hat, eine neue Perspektive zu eröffnen und tatsächliche Veränderung zu schaffen.

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Irritationen im Glauben sind normal. Ob sie durch unsere eigenen Erwartungen entstehen, die enttäuscht werden, oder durch Wartezeiten, die unser Vertrauen auf die Probe stellen – diese Momente gehören zum Weg dazu. Die Geschichten von Naaman und dem königlichen Beamten zeigen uns jedoch, dass gerade in diesen Momenten eine Chance liegt: die Chance, unsere eigenen Pläne loszulassen und uns auf die simple, aber lebensverändernde Kraft eines göttlichen Wortes zu verlassen. Der Weg des Glaubens führt uns immer wieder an den Punkt, an dem unsere Pläne enden und Gottes Wort beginnt.

Wo in deinem Leben bittet Gott dich heute, deine eigenen Vorstellungen loszulassen und einfach nur seinem Wort zu vertrauen?

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