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Predigt

4. Vom “Warum?” zum hoffnungsvollen “Wozu?”

Teil 4 der Serie “Anker”

Elias startet mit einer Frage, die viele Menschen besonders in Krisen bewegt: Warum lässt Gott Leid zu? Er beschreibt typische Lebensstürme (unerfüllter Kinderwunsch, Jobverlust, Einsamkeit, Krankheit, Tod) und macht deutlich: Diese Frage trifft früher oder später jeden – und sie ist auch im Gespräch mit Menschen wichtig, die nicht an Gott glauben.

Als erste Antwort nennt Elias das Argument des freien Willens: Gott hat Menschen Freiheit gegeben – und vieles Leid entsteht durch menschliche Entscheidungen (Krieg, Gewalt, Mobbing, zerstörerische Lebensweisen). Das lenkt den Blick auch auf unsere Verantwortung: Nicht nur fragen, was Gott tut, sondern wie wir handeln. Gleichzeitig zeigt Elias die Grenze dieser Erklärung: Naturkatastrophen (Erdbeben, Vulkane) lassen sich nicht so einfach auf menschliches Tun zurückführen. Darum braucht es mehr als nur diese eine Antwort – und vor allem einen Halt, wenn man selbst mitten im Sturm steckt.

Dann führt Elias zu einer biblischen Lebensgeschichte, die zeigt, wie Gott auch durch schweres Leid hindurch handelt: Josef (1. Mose/Genesis Kapitel 37–50). Josef erlebt massives Unrecht: Er wird von seinen Brüdern gehasst, in eine Grube geworfen, für 20 Silberstücke verkauft, als Sklave nach Ägypten gebracht und später trotz Treue und Integrität zu Unrecht ins Gefängnis geworfen. Selbst als Josef im Gefängnis anderen hilft (Traumdeutung), bleibt die Wende lange aus – er wird vergessen. Elias betont: In Josefs Lage wäre die „Warum, Gott?“-Frage völlig nachvollziehbar.

Der Wendepunkt kommt, als Josef schließlich vor den Pharao geführt wird, dessen Träume niemand deuten kann. Josef erkennt: Es kommen sieben Jahre Überfluss und danach sieben Jahre Hungersnot. Durch weise Vorsorge (Getreide sammeln) wird Ägypten gerettet – und am Ende sogar Josefs eigene Familie. Als die Brüder später wegen der Hungersnot nach Ägypten kommen, offenbart sich Josef und spricht den entscheidenden Satz: Nicht ihr – sondern Gott hat mich vor euch hergeschickt, um Leben zu retten. Damit zeigt Elias: Manchmal wird Gottes Plan erst im Rückblick sichtbar. Josef hatte im Gefängnis nicht die ganze Perspektive – aber er hatte einen Anker: festhalten an Gott, auch wenn es sich ungerecht anfühlt.

Aus dieser Geschichte leitet Elias eine hilfreiche Blickrichtung ab: Statt nur zu fragen „Warum lässt du das zu?“, lädt er ein, die Frage umzudrehen: „Wozu lässt du das gerade zu? Was ist dein größerer Plan?“ Das ist keine schnelle Erklärung für jedes Leid – aber eine Haltung, die im Sturm trägt und hilft, nicht im Anklagen stecken zu bleiben sondern nach Gottes Weg im Heute zu suchen.

Zum Schluss schlägt Elias die Brücke zu Jesus: Josef ist für ihn ein Hinweis auf den „größeren Josef“ – Jesus, der ebenfalls Leid getragen hat, um Rettung zu bringen. Elias betont: Auch bei Jesus gilt: Das Leid hatte nicht das letzte Wort – und Gott kann selbst aus Dunkelheit Heil und Hoffnung wachsen lassen.

Bibeltexte

1. Mose (Genesis) 45,4–8

„Kommt her zu mir! Und sie kamen näher. Und wieder sagte er: Ich bin euer Bruder Josef, den ihr nach Ägypten verkauft habt. Aber macht euch deswegen keine Vorwürfe. Gott selbst hat mich vor euch hergeschickt, euer Leben zu retten, denn schon seit zwei Jahren herrscht nun Hungersnot und auch in den nächsten fünf Jahren wird man weder säen noch ernten können. Gott hat mich vor euch hergeschickt, damit er euch auf wunderbare Art und Weise am Leben erhält und einige übrigbleiben. Ja, nicht ihr habt mich hierher geschickt, sondern Gott. Und er hat mich zum wichtigsten Berater des Pharaos gemacht, zum Herrn über sein ganzes Haus und zum Herrscher über ganz Ägypten.“

Hebräer 12,2

„… und auf Jesus sehen, den Anfänger und Vollender des Glaubens, der um der vor ihm liegenden Freude willen das Kreuz erduldete …“

5 Fragen für Kleingruppe & Alltag

1. Wo begegnet dir die „Warum lässt Gott das zu?“-Frage aktuell oder in deiner Vergangenheit – und was hat sie mit dir gemacht?

2. Elias betont Verantwortung durch freien Willen: Wo könntest du ganz konkret „das Richtige wählen“, statt nur auf Umstände zu schauen?

3. Josef hielt im Unrecht an Gott fest: Was könnte dein Anker sein, wenn sich etwas unfair oder unverständlich anfühlt?

4. „Warum?“ wird zu „Wozu?“: Welche neue Perspektive könnte sich öffnen, wenn du deine größte offene Frage einmal als „Wozu, Gott?“ formulierst?

5. (Auch die schwierige Seite) Wo könnte die „Wozu“-Frage missbraucht werden – z.B. um Leid kleinzureden, Gefühle zu überspringen oder Betroffene zu beschämen – und wie können wir das in der Gemeinde vermeiden?

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