Anker – die richtige Verbindung ist entscheidend
Gottfried startet mit einer peinlich-ehrlichen Geschichte aus den USA: In einer riesigen Mall findet er sein Auto (silberner Nissan Maxima) nicht mehr – und später auch nicht mehr das richtige Haus. Gerettet hat ihn jeweils eine Fernbedienung, die nur das öffnet, womit sie wirklich verbunden ist. Genau damit leitet er das Thema ein: Ein „Anker“ hält nicht an „irgendwas“, sondern nur an der richtigen Verbindung.
Diese Predigtreihe heißt „Anker“: Es geht um Gottes Zusagen und Verheißungen als tragfähige Verbindung, an der wir unser Leben festmachen können. Gottfried betont: Nicht jedes schöne Versprechen trägt. Tragfähig sind die Zusagen des Vaters von Jesus Christus – nicht ein „Psychotrick“ oder irgendeine Motivationsidee, sondern Gottes Wort selbst.
1) Der Anker: Vertrauen auf den Herrn (Jeremia 17)
Gottfried liest Jeremia 17,7–8 als Grundbild für 2026:
„Gesegnet ist der Mensch, der auf den HERRN vertraut… Er ist wie ein Baum am Wasser… fürchtet die Hitze nicht… hört nicht auf, Frucht zu tragen.“ (Jer 17,7–8, sinngemäß aus dem Textgedanken)
Der Punkt: Auch wenn „trockene Jahre“ kommen, bleibt der Baum lebendig, weil die Wurzeln am Wasser sind. Gottfried sagt: Gott hat nicht versprochen, dass es sich immer gut anfühlt – aber dass es trägt und Frucht möglich bleibt, sogar (und manchmal gerade) in schwierigen Zeiten.
2) Der Weg zur Stabilität: Psalm 1 – worauf du hörst
Dann schlägt Gottfried die Brücke zu Psalm 1 (er sagt: Jeremia greift dieses Grundmotiv auf). In der Volksbibel-Fassung zitiert er zugespitzt:
- Psalm 1,1 (Volksbibel-Gedanke):
„Voll glücklich ist, wer nicht auf das hört, was die sagen, die null Bock auf Gott haben…“
und wer nicht beim Lästern/Spotten „mit sitzt“.
- Psalm 1,2 (Kern):
„…wer Bock hat, herauszufinden, was Gott von ihm will…“ – und sich täglich damit beschäftigt.
- Psalm 1,3 (Ergebnisbild): Baum am Wasser, Frucht, Stabilität – Gottfried bringt es drastisch: „Was er anfasst, gelingt ihm…“ (als Ausdruck eines vom Wort Gottes versorgten Lebens).
Sehr praktisch wird es, als er die Frage stellt: Warum hören wir so viel auf Stimmen, die Gott gar nicht suchen? Und: Wie oft rutschen wir selbst in Lästern, Abwerten und „Abdissen“ ab – obwohl wir eigentlich Menschen sein wollen, die „Bock auf Gott“ haben?
3) Der Schlüsselbegriff: „ha’ga“ – Gottes Wort bewegen, bis es wirkt
Gottfried erklärt das hebräische Wort הגה (ha’ga / „hagah“) – „nachsinnen“ (Psalm 1,2). Er macht es mit drei Bildern greifbar:
- Wiederkäuen wie eine Kuh: Nicht viel „abhaken“, sondern einen Abschnitt nehmen, fragen: „Vater, was willst du mir heute sagen?“ – merken, notieren, im Tag „wieder vorholen“ und bewegen.
- Knurren/Brüllen wie ein Löwe über der Beute (Jesaja 31,4):
„…ein junger Löwe verteidigt knurrend seine Beute…“ (Jes 31,4)
Was Gott dir zuspricht, sollst du verteidigen gegen Sorgen, Ablenkung, Lüge und Stimmen, die es dir rauben wolle
3. Gurren wie eine Taube (Jesaja 38,14):
„Ich zwitschere wie eine Schwalbe und gurre wie eine Taube…“ (Jes 38,14)
„Gurren“ beschreibt für Gottfried ein Kommunikationsmittel: Zusagen aussprechen – zu dir selbst, in die Situation, in die Familie. Nicht „Sonntag auftanken und dann wieder abstürzen“, sondern beim Vater bleiben und seine Worte im Alltag „klingen lassen“.
Zum Schluss lädt Gottfried ein, 2026 mit dieser Haltung zu gehen: Gottes Zusagen entdecken, darüber nachsinnen, sie festhalten, sie aussprechen – und dich mit Menschen verbinden, die ebenfalls nach Gott fragen.
5 Kleingruppenfragen
- Wo erlebst du gerade „Hitze“ oder ein „trockenes Jahr“ – und was würde es praktisch heißen, mit deinen Wurzeln „am Wasser“ zu bleiben (Jer 17,7–8)?
- Welche Stimmen prägen dich im Alltag am stärksten (Menschen, Medien, eigener Druck) – und wie könntest du Psalm 1 diese Woche konkret umsetzen?
- „Wiederkäuen wie eine Kuh“: Welchen kurzen Bibelabschnitt willst du in den nächsten 7 Tagen bewusst mehrfach bewegen (lesen, notieren, wiederholen) – und warum gerade den?
- „Löwe über der Beute“ (Jes 31,4): Welche Zusage Gottes wurde dir wichtig – und wodurch wird sie dir am ehesten wieder „weggenommen“? Was ist dein nächster Schutz-Schritt?
- (auch negativ denken) Wo merkst du bei dir die Tendenz zu Lästern, Spott oder „Abdissen“ (Ps 1,1) – und welchen Schaden richtet das in dir oder in Beziehungen an? Was wäre ein konkreter Gegen-Schritt?
Wenn du 2026 nicht nur „durchhalten“, sondern verwurzelt und fruchtbar leben willst, hör dir diese Predigt (nochmal) an und nimm dir ein Wort zum „ha’ga“ mit.
Du wirst überrascht sein, wie viel sich verändert, wenn du Gottes Wort wiederkäust, verteidigst und aussprichst.

